Stiftungsrundbrief Nr. 1, 2020

Stiftungsrundbrief Nr. 1

Dortmund, im Juni 2020

Inhalt

  1. Nicht wieder in die alten Gleise!
  2. Dieser Stiftungsrundbrief – ein Anfang der Vernetzung
    2.1. Selbstreport der Stiftung Aufmüpfige Frauen
    2.2.
    Die Stiftung Aufmüpfige Frauen in der Stadt Dortmund
  3. FrauenStiftungen – neu und besonders
  4. Grundsätzliches zu Stiftungen in Deutschland
  5. Appell zur StiftungsKommunikation

Liebe FreundInnen und Interessierte!

Ohne Stiftungen ist kein Staat zu machen, das ist klar. Aber „nur wer querdenkt, kann die Richtung ändern“, lautet das Motto der Stiftung Aufmüpfige Frauen.

Dieser Stiftungsrundbrief berichtet von der Stiftung Aufmüpfige Frauen, was sie und andere Stiftungen bewegt und wohin sie streben. Er soll dazu dienen

  • die Stiftung Aufmüpfige Frauen in der Stiftungslandschaft besser zu verorten,
  • die Vernetzung von FrauenStiftungen untereinander zu fördern
  • über FrauenStiftungen, Stifterinnen und Stiftungen allgemein zu berichten.

1 Nicht wieder in die alten Gleise!

Stiftungen sind in der Zivilgesellschaft von außerordentlicher Bedeutung und in der heterogenen Stiftungslandschaft sind es vor allem die Bewegungsstiftungen. Dies sind Stiftungen, die mit einem gesellschaftspolitischen Anliegen – Veränderung statt Caritas – die gesellschaftliche Entwicklung mitgestalten. Sie verfolgen weder Profit- noch Eigeninteressen, sondern einen gesellschaftspolitischen Zweck der Stiftung. Mit ihrem ‚Ewigkeitsanspruch‘ weisen sie über die gegenwärtigen Generationen hinaus. Frauen sind mit ihrer Lebensleistung, Qualifikation und Motivation ‚systemnotwendig‘. Die Corona Krise und Erfahrungen aus dem Lockdown während der Pandemie haben deutlich gemacht, dass es nicht in den alten Gleisen weiter gehen kann, dass Frauen in den Führungsetagen mitentscheiden müssen, damit eine Umgestaltung mit den geplanten Konjunkturprogrammen möglich wird. Die künftige Verteilung von Milliarden Steuergeldern und Krediten muss fair und gerecht erfolgen, da sonst diejenigen mit der stärksten Lobby weiter privilegiert werden.

  • In den wissenschaftlichen und politischen Beratungsgremien der politischen Spitze, z.B. in der Leopoldina[1] müssen Expertinnen zu gleichen Anteilen vertreten sein
  • Die professionelle und informelle Sorgearbeit muss materiell und kulturell aufgewertet werden, um für weitere Krisen und Epidemien besser gerüstet zu sein.
  • Erwerbsarbeit und (unbezahlte) Sorgearbeit im Privatbereich müssen zwischen den Geschlechtern gleich verteilt werden.

Es geht um nichts weniger als um einen neuen gesellschaftlichen Geschlechtervertrag. Dieser muss eine feministische Handschrift tragen und Frauen als gleichberechtigte Akteurinnen bestimmen. Für dieses große Projekt sind gebündelte Kräfte, mutiges Denken und radikale Schritte erforderlich.

2 Dieser Stiftungsrundbrief – ein Anfang der Vernetzung

Erstmals steht eine Frau, Kirsten Hummelhoff, an der Spitze des größten Stiftungsverbands in Europa. Sie ist seit 72 Jahren die erste Generalsekretärin des Bundesverbands Deutscher Stiftungen. Sein Arbeitskreis Frauen und Stiftungen wird von Friederike von Bünau geleitet. Sie ist Geschäftsführerin der Stiftung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Der Arbeitskreis befasst sich u.a. mit der Geschlechtergerechtigkeit in der Stiftungspraxis.

Die Zeichen stehen günstig für weitere Vernetzungen. Die Stiftung Aufmüpfige Frauen hat das Motto „nur wer querdenkt, kann die Richtung ändern“ und sieht darin eine Herausforderung für die Nach-Corona-Zeit, Bündnispartner/innen zu finden, die sich für strukturelle Veränderungen einsetzen und neue Wege gehen wollen. Positive Anzeichen dafür sind, dass viele Organisationen, Vereine, Gruppen und Stiftungen in letzter Zeit ihre Befürchtungen geäußert haben, dass Frauen wieder in die alten Rollen zurückgedrängt werden.[2] Das darf nicht sein!

2.1 Selbstreport der Stiftung Aufmüpfige Frauen

Die Stiftungszweck der gemeinnützigen Stiftung Aufmüpfige Frauen ist die Förderung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern mit einem feministischen Grundverständnis. Ihr Vorstand besteht aus sechs Frauen (s. Foto). Sie arbeiten ehrenamtlich, bestimmen die Stiftungspolitik, wählen die Preisträgerinnen aus und gestalten die Feier der Preisverleihung.

Vorstandsfrauen der Stiftung

Die ausgezeichneten Preisträgerinnen sind das Aushängeschild der Stiftung. Der mit 3.000 € ausgestattete Preis Aufmüpfige Frau des Jahres wird alle zwei Jahre in einer großen Preisverleihungsfeier in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund verliehen. Die Stiftungsphilosophie konkretisiert sich in den Preisträgerinnen, und diese repräsentieren eine feministische Variationsbreite, die von der lesbischen Aktivistin, frauenbewussten Filmerin, Planerin, Verlegerin, Mädchenschulrektorin, Wissenschaftlerin, Kunstpolitikerin bis zur Internetaktivistin und migrationspolitischen Akteurin reicht. Einzelne Preisträgerinnen werden in den nächsten Rundbriefen genauer vorgestellt.

Man und frau muss nicht reich sein, um eine Stiftung zu gründen!

Die Stiftung Aufmüpfige Frauen wurde 10 Jahre lang vom Verein Stiftung Aufmüpfige Frauen (in Gründung) vorbereitet, um ausreichend Geld zusammen zu bringen. Seit Errichtung der Stiftung in 2004 hat er die Funktion eines Fördervereins. Über die Mitgliedsbeiträge und Spenden sammelt er weiter Geld für die Feier der Preisverleihung. Der Vereinsvorstand ist in Personalunion auch Vorstand der Stiftung Aufmüpfige Frauen. Diese Doppelkonstruktion von Verein und Stiftung ist historisch entstanden und insofern produktiv, als die größere personelle Basis im Förderverein ein breites Spektrum des Feminismus mit eigenem Resonanzboden abbildet, so dass der Vorstand nicht in seiner Echokammer verbleibt.

Logo Sissi Banos

Sissi Banos

Mit Sissi Banos, Genderberaterin und erst jüngst Mitglied und Ingrid Lessing, Verlegerin und Urgestein der neuen Frauenbewegung werden zwei Mitglieder genauer vorgestellt.

Sissi Banos lebt in München und ist Mitglied der GMEI-Gruppe (Gender Mainstreaming Experts International). Sie hat den gleichstellungspolitischen Bericht Erfolgsstrategien für Geschlechterpolitik in einer männlich dominierten Organisation am Beispiel der IG Metall“ verfasst. Industriegewerkschaften und allen voran die IG Metall galten bisher als der Prototyp einer männlich dominierten Organisation. Inzwischen hat diese Gewerkschaft einen (weltweit) bisher einmaligen Frauenanteil von 30% bei den Gewerkschaftssekretär/innen und steigenden Anteil an den hauptamtlichen Führungspositionen. Die Verbindung des Gender- und Diversitätsthemas mit der strategischen Neuausrichtung der Organisationsentwicklung der IG Metall erweist sich als Erfolgsfaktor.

 

Logo_Ingrid_Lessing-VerlagBücher von Frauen für Frauen über Frauen

Ingrid_LessingIngrid Lessing lebt in Dortmund und ist von Anfang an mit dem Verein und der Stiftung verbunden. Sie war viele Jahre in der Frauenbewegung und Frauenbildung sowie im Vorstand der Stiftung engagiert. Sie hat das Dortmunder Frauenhaus mitgegründet und mehrere Jahre in ihm gearbeitet. Ihre Dissertation „Göttin statt Gott-Vater?“ 1992 wurde Ausgangspunkt ihrer verlegerischen Tätigkeit im eigenen Verlag, mit Büchern  z.B. Hanne Hieber (Hg.): Wir wollten die Welt verändern.Dortmunder Feministinnen erinnern sich, Dortmund 2011.  Zu den Büchern www.lessing-Verlag.de.

2.2.Die Stiftung Aufmüpfige Frauen in der Stadt Dortmund

Die Stiftung Aufmüpfige Frauen ist die einzige zeitgenössische Frauenstiftung der Stadt Dortmund. Zwar ist sie in Dortmund verortet, ihre Preisträgerinnen werden jedoch überregional und international rekrutiert und in den folgenden Rundbriefen genauer vorgestellt.

Preisverleihung 2018

Preisverleihung 2018, Foto Kathryn Baingo

Dortmund entwickelt sich zu einer stiftungsfreundlichen Stadt. Seit einigen Jahren organisiert die Stadt einen Stiftungstag, an dem ein Preis ausgelobt wird und einzelne Stiftungen vorgestellt werden (s. Stiftungsportal der Stadt Dortmund). Am internationalen Frauentag vergibt der Soroptimist International Club Dortmund Ruhrregion gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro den Dr. Edith Peritz-Preis[3] in Würdigung der Verdienste um die Verbesserung der Stellung der Frau in der Dortmunder Gesellschaft. Die Stadt hat mit der Kohlgartenstiftung[4] eine FrauenStiftung aus dem Mittelalter, die aus einem Frauenstift hervorgegangen ist und deren Erträge nur Frauen zugute kommen dürfen. Die Stiftung Aufmüpfige Frauen ist hier also gut aufgehoben.

3 FrauenStiftungen – neu und besonders

Definition und Geschichte der FrauenStiftungen

FrauenStiftungen sind Stiftungen, die Frauen mit eigenem Kapital gegründet haben und/oder leiten. Sie unterscheiden sich von anderen Stiftungen insofern, als sie (fast) ausschließlich Frauen und Frauenprojekte fördern. Dieser Fokus auf Frauen ist ein politisches Signal und ein recht neues Phänomen in der Stiftungslandschaft. Ich sehe darin eine erneuerte Philanthropie (s. Geben mit Vertrauen, Bosch et al. 2018), worüber in folgenden Rundbriefen ausführlicher berichtet wird.

FrauenStiftungen gehören zu den Bewegungsstiftungen. Sie sind Ausdruck einer Solidarität von Frauen, die nationale, kulturelle und Politik-Grenzen überschreitet. Sie unterstützen Projekte, Initiativen und Institutionen, die sich für die Verbesserung der Situation von Frauen im Interesse des Gemeinwohls engagieren. Zwar gibt es schon seit Langem Stiftungsgründungen von vermögenden Frauen, jedoch erst seit den 1970er Jahren in Folge der neuen Frauenbewegung einen eigenen Korpus von FrauenStiftungen, auf eher schmaler ökonomischer Basis. Sie haben sich inzwischen zu einem Verbund Europäischer Frauenstiftungen zusammengeschlossen. In Deutschland gibt es ca 30 FrauenStiftungen.

Filia ist die größte Stiftung von Frauen, zu der sich inzwischen 7o Stifterinnen zusammengeschlossen haben. Ihr Motto – Geld verwandeln – Frauen stärken – Welt verändern- ist gleichsam Modell für weitere Stiftungen von Frauen. Weitere FrauenStiftungen sind maecenia (Frankfurt), die Beginenstiftung Tübingen, Deutsche Stiftung Frauen- und Geschlechterforschung, Gerda-Weiler-Stiftung für feministische Frauenforschung e.V., Ingrid zu Solms-Stiftung, Mama Cash, Stiftung Fraueninitiative u.a.m. Einzelne FrauenStiftungen werden in den nächsten Rundbriefen genauer vorgestellt.

4 Grundsätzliches zu Stiftungen in Deutschland

Im Bundesverband Deutscher Stiftungen sind zurzeit 22.274 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts organisiert, jährlich kamen in den letzten Jahren mehr als 500 neue Stiftungen hinzu. Das Spektrum reicht von Familienstiftungen zu Sicherung des Familienerbes über Stiftungen für das Kindeswohl und für den Tierschutz, riesigen Stiftungen wie Volkswagen und Robert Bosch Stiftung bis zu den Bewegungs- und FrauenStiftungen.

Stiftungen werden auf Dauer errichtet. Ihr Grundkapital darf nicht ‚verbraucht‘ werden, nur die Erträge dieses Grundkapitals sind operativ für den Stiftungszweck zu verwenden. Darüber wacht die Rechtsaufsicht der zuständigen Bezirksregierung. In einigen Bundesländern, z.B. Hessen, gibt es die Form der verbrauchenden Stiftung, dann kann das Grundkapital innerhalb einer gegebenen Frist aufgebraucht werden. Das Bundesstiftungsgesetz sieht diese Möglichkeit bisher nicht vor, eine Novellierung ist allerdings in den Koalitionsverhandlungen (GROKO) vorgesehen und soll auch die Umwandlung einer Stiftung auf Dauer unter bestimmten Bedingungen in eine verbrauchende Stiftung ermöglichen.

5 Appell zur Kommunikation zwischen den Frauenstiftungen und darüber hinaus

Die zeitlichen Abstände, in denen die Stiftung Aufmüpfige Frauen mit ihren Preisverleihungen etwas von sich hören lässt, sind recht groß. Daher möchten wir fortlaufend informieren mit dem Wunsch, möglichst interaktiv und wechselseitig zu kommunizieren.

Dafür bitten wir um Nachrichten und Kommentare oder was Ihr/Sie für die Stiftung interessant findet.

Dieser Rundbrief soll unregelmäßig erscheinen, wenigstens zweimal im Jahr.

www.stiftung-aufmuepfige-frauen.de,

Email: metz-goeckel@t-online.de

KONTAKT. Sigrid Metz-Göckel, Mimosenweg 18, 44289 Dortmund

Hinweise

[1] Die Leopoldina ist ein Wissenschaftszentrum der Naturwissenschaften, das in der Corona-Krise eine herausragende Beratungsfunktion für die Politik hatte.

[2] Z.B. Deutscher Frauenrat: Geschlechtergerecht aus der Krise, Das „Jahr der Gleichstellung“ Feb.2020

Aufruf: Wann, wenn nicht jetzt! Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen und 17 weiterer Organisationen, Berlin 29.04.2020

Appell CoronaElterngeld 06.05.2020 https//www.coronaelterngeld.org/

[3] Die Chirurgin Dr. Edith Peritz gründete den ersten deutschen Soroptimist International Club am 13. Januar 1930 in Berlin

[4] Das Frauenstift verfügte über Grund und Boden in der Stadt, die im Wert ungemein gestiegen sind, die Erträge müssen ausschließlich Frauen zugutekommen.

Manifest der Stiftung zur Nach-Corona-Zeit

Manifest der Stiftung zur Nach-Corona-Zeit 

Die Stiftung Aufmüpfige Frauen meldet sich zu Wort: Wohlstand neu definieren, ist die Chance der Nach-Corona-Zeit.

Ein neuer Geschlechtervertrag muss her!

Feminismus kann Leben retten[1] und den Planeten auch. Die aktuelle Verunsicherung ist eine Chance, einem neuen Denken, das schon angelegt war, Raum zu geben und Praxis werden zu lassen. Es geht um Lebensqualität für alle im Sinne einer sinnvollen und wertgeschätzten Arbeit, um Gleichstellung und Gesundheitsschutz, um die Pflege von Gemeinsinn, Freundschaften und sozialen Zusammenhalt, anstatt den Konsum und Ressourcenverbrauch weiter anzuheizen. Vieles davon haben wir während der Corona-Zeit erfahren und wertschätzen gelernt. Aber auch die Schattenseiten sind im Blick auf die Gleichstellung der Geschlechter, die planetarische Gesundheit (Klimawandel), die soziale Gerechtigkeit, das Leben in einem solidarischen Europa und globalen Zusammenhang deutlicher hervorgetreten. Vor allem die Arbeit von Frauen hat das Leben aufrechterhalten und die Lasten des Lockdowns getragen.

Aus der Zivilgesellschaft[2], der Nachhaltigkeitswissenschaft, aus Teilen der Politik melden sich beunruhigte Stimmen zu Wort, die einen systemischen Neuaufbruch aus der Corona-Krise fordern und dies bei der Neuverteilung der gigantisch vielen Milliarden an Steuergeldern und Bürgschaften durchzusetzen wollen. In diesen Chor einer neuen Wohlstandsprogrammatik reiht sich die Stiftung Aufmüpfige Frauen ein und bestärkt eine feministische Perspektive beim Paradigmenwechsel von der neoliberalen Produktionslogik in eine zirkuläre Wirtschaftsweise.[3]

Im Einzelnen sind dies z.B.:[4]

  • Eine paritätische Beteiligung von Frauen* in den Parlamenten und politischen Entscheidungs- und Beratungsgremien
  • Investitionen in die öffentliche Daseinsvorsorge und in ein belastungsfähiges Care-System
  • Angemessene tarifliche Vergütung der professionellen Sorgearbeit und Wertschätzung dieser systemnotwendigen Tätigkeiten
  • Abbau des Gender Pay Gap, des Gender Care Gap, des Gender Pension Gap in systemrelevanten Berufen‘ (mit 75% Frauenanteil)
  • Erleichterung der Vereinbarung von Beruf und Leben mit Kindern

besonders für junge berufstätige Mütter (und Väter)

  • Unterstützungsprogramm für junge Eltern beim Homeoffice, befristete Freistellung von der Berufsarbeit und Entgeltfortzahlung, Elternausgleichzahlungen bei mangelnder institutioneller Kinderbetreuung,
  • Unterstützung von Berufstätigen, die ihre Angehörigen pflegen (Lohnersatz und eigenes Zeitbudget), Unterbrechung der globalen Pflegeketten.[5]
  • Sorge um die menschliche Sicherheit. Statt Aufrüstung und Kriegshilfen sind Abrüstung und strukturelle wie humanitäre Aufbauhilfe zu forcieren.
  • Um dies in Gang zu setzen, sind eine geschlechtergerechte Haushaltspolitik und eine geschlechterdifferenzierte Wirkungsanalyse der Corona-Maßnahmen zu implementieren.

 

Die Stiftung Aufmüpfige Frauen fordert die Errichtung eines Gleichstellungsinstituts auf Bundesebene, das kontinuierlich Daten, Forschungsergebnisse und Beratungskompetenz für die Politik zur Verfügung stellt (Barbara Stiegler, GMEI).[6]

 

Für die Stiftung: Sigrid Metz-Göckel, Dortmund, im Juni 2020.

[1] Anna Clauß: Feminismus kann Leben retten. Der Spiegel Nr. 15/4.4.2020; Maja Göbel: Unsere Welt neu denken (2020); Jagoda Marinic: Die Chance ist weiblich, Frankfurter Rundschau, 24.05.20, Frontline Workers, EIGE-Institut (May 2020).

[2] Frauenrat, zivilgesellschaftliche Institutionen, Berliner Aufruf vom 29.04.20. u.a.m.

[3] In einer zirkulären Kreislaufwirtschaft nehmen weder der Wert noch die Qualität eines Rohstoffes nach Gebrauch ab.

[4] S. auch „‘Geschlechtergerecht aus der Corona-Krise“. Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Deutscher Bundestag Drucksache 19/20038.

[5] Durch gute Arbeit in den Entsendeländern (Europa-Politik) und Aufwertung und Qualifizierungsoffensive für Pflegeberufe in den ‚Aufnehmenden Ländern (s. Blog-Beitrag Stefanie Elies, Friedrich Ebert Stiftung 2020).

[6] Barbara Stiegler: Klein und fein, das darf es nicht sein. Der lange Weg zu einem unabhängigen Bundesinstitut für Gleichstellung, in: ZWD Politikmagazin, 15.03.2020, S.5.

 

Jahresbrief 2019

Jahresbrief 2019

Liebe Mitglieder des Fördervereins der Stiftung Aufmüpfige Frauen,

für das Neue Jahr wünsche ich allen viele erholsame und anregende Stunden, und dass gesundheitliche Leiden fern bleiben mögen.

Ich finde es wohltuend, dass sich wenigstens einmal im Jahr die Gelegenheit bietet, an alle zu denken, die mir am Herzen liegen. Die Weihnachtszeit ist dafür ein tradioneller und geliebter Anlass, zumal die Mitglieder des Fördervereins der Stiftung Aufmüpfige Frauen für mich ein besonderer Schatz sind.

Ein kurzer Bericht zum Jahr 2019

Im Vergleich zu 2018 war 2019 ein relativ ruhiges Jahr. Die Ausschreibung des Preises hat 15 Vorschläge gebracht, von denen allerdings nur 4 oder 5 in die engere Auswahl gekommen sind. Wir sind in der heißen Phase der Entscheidung, verraten aber noch nichts.

Die frohe Botschaft ist hier, dass eine Initiative aus dem Netzwerk Frauen und Geschlechterforschung NRW gestartet wurde, einen 2. Preis zu stiften. Ihr könnt Euch auch beteiligen (IBAN: DE73440501990001206559).

Freitag, der 10. Juli steht als Termin für die nächste Preisverleihung fest. Es wird ein Spitzen-Sommerereignis werden und wieder in der Bürgerhalle des Rathauses stattfinden. Die Bürgerhalle kann nur noch im Juli gemietet werden, da dann die große Renovierung des Rathauses beginnt.

Beim Älterwerden vergeht die Zeit (gefühlt) viel schneller, obwohl die Lebenszeit immer weniger wird und die Ruhepausen länger sein müssen, um aktiv zu bleiben zu können. Ich hoffe, es geht Euch noch nicht so.
Nun bleibt mir noch Dankeschön zu sagen für all das Engagement für den Förderverein und die Stiftung und die Hoffnung auszudrücken, dass wir uns in alter Frische bei der Preisverleihung am 10. Juli wieder sehen können.

Herzliche Grüße

Sigrid Metz-Göckel