Dr. Uta C. Schmidt

Historikerin der Frauen- und Geschlechtergeschichte
Das Ruhrgebiet

Uta C. Schmidt beschreibt sich selbst als Historikerin mit einem besonderen Blick auf Frauen als Gestalterinnen von Geschichte. Sie ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und hat die Industrieregion aus unterschiedlichen Perspektiven erforscht. Sie kann daher erfahrungsgesättigt zeigen, dass „kaum eine andere Region in Deutschland in ihrer Repräsentation so männlichkeitsbezogen und männerbündisch strukturiert ist wie das Ruhrgebiet“.
Dagegen entwickelte sie zusammen mit Susanne Abeck, Olge Dommer, Magdalena Drexl, Marianne Kaiser und Dagmar Kift die Forschungs- und Bildungsplattform www.frauenruhrgeschichte.de. Laufend eingestellte Beiträge geben Einblick in die geschlechtsspezifische Organisation von Arbeit und Leben im Ruhrgebiet.
Zusammen mit Susanne Abeck forschte sie als erste zum Frauenwahlrecht und zur politischen Partizipation von Frauen im Ruhrgebiet.
Zusammen mit Susanne Abeck wurde sie 2021 mit dem Preis für Westfälische Landeskunde ausgezeichnet, den der Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) verleiht.
Seit 2003 arbeitet Uta C. Schmidt in Hörstel im Kreis Steinfurt für das DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst. Sie kuratiert dort die Reihe „Geschichte hinterm Giebel“ mit jährlich wechselnden Themenausstellungen.
In ihrem zweiten Leben ist Uta C. Schmidt Saxophonistin in der Blaskapelle schwarz/rot Atemgold 09, die seit 1980 mit Ruhrskaworldjazzbrass soziale Bewegungen unterstützt.
Ihre Arbeitsschwerpunkte sind:

Forschung und Vermittlung an den Schnittstellen von Raum, Wissen, Geschlecht, Macht. Sie nutzt dafür unterschiedliche Formate wie Ausstellungen, Workshops, Vorträge, Seminare, wissenschaftliche Publikationen, Podcast und Blogbeiträge.
Zur Person von Uta C. Schmidt

Uta C. Schmidt ist wahrlich eine allseits entwickelte Persönlichkeit. Sie lebt mit ihrer Familie in Dortmund.
Sie hat Geschichte und Kunstgeschichte an der Ruhruniversität Bochum (RUB) studiert und den Magister mit einer Arbeit über Norbert Elias‘ Zivilisationstheorie im Diskurs historischer Frauenforschung abgeschlossen. An der Universität Bielefeld hat sie mit dem Thema „Theorie- und Methodenprobleme einer feministisch perspektivierten Geschichtswissenschaft” promoviert (Betreuer Prof. Jörn Rüsen).
Seit 2017 ist sie nach vielen befristeten Beschäftigungen und Projekten mit einer halben Stelle fest angestgellt in der Koordinations- und Forschungsstelle des Netzwerks Frauen- und Geschlechterforschung NRW an der Universität Duisburg-Essen und betreut u.a. das Journal und den Blog des Netzwerks. Weitere wissenschaftliche Stationen waren an der Universität Hannover und an der Universität Bonn.
Sie wurde schon sehr früh frauenbewegt, so dass ein kritisches Frauenbewusstsein auch ihr Engagement in der Forschung und Weiterbildung leitet. Denn sie hat aus der Perspektive ‚von unten‘ geforscht und ihren Blick auf ausgegrenzte und übersehene Personengruppen gelenkt, auf Frauen und als anders und fremd konstruierte Personen. Schon immer ist sie kulturinteressiert und auch als Kulturakteurin wirksam.
Im Zwischenraum von Geschlechtergeschichte und Kulturintervention
Uta C. Schmidt hat auf mehreren Gebieten Neues auf den Weg gebracht. Sie hat geschichtskulturelle Projekte entwickelt und Verbindungen von Raum und Musik hergestellt. Sie fokussiert Frauen* in intersektionaler Perspektive und verschiebt mit seriöser Kreativität fachdisziplinäre Grenzziehungen. Sie schafft und bewegt sich in einem Zwischenraum, der ihrer energetischen Kreativität freie Bahn lässt.
Aktuell verfolgt Uta C. Schmidt zusammen mit Susanne Abeck das Projekt „Divers. Postmigrantisch. Kosmopolitisch“. Biografien, die für die politische, kulturelle und sexuelle Diversität der Ruhrgebietsgesellschaft stehen. Dieses Projekt wird finanziell von der Kunst- und Kulturförderung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Untersucht werden in ihm Erfahrungszusammenhänge, Lebensweisen und Bezugssysteme von jüdischen, eingewanderten, postmigrantischen Persönlichkeiten und solchen of Colour. Eine weitere Aufmerksamkeit gilt den regionalen Lesbenbewegungen und ihren Initiatorinnen/Akteurinnen.
Die Vielseitigkeit von Uta C. Schmidt
zeigt sich als:
- Bloggerin und Redakteurin von www.gender-blog.de
- Forscherin zur Klostergeschichte in Westfalen in Kooperation mit DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst www.da-kunsthaus.de.
- Kuratorin der historischen Ausstellungsreihe „Geschichte hinterm Giebel“ im DA, Kunsthaus Kloster Gravenhorst; z.B. die Ausstellung „Boden schätze. Archäologische Funde in Gravenhorst“.
- Entwicklerin von geschichtskulturellen Projekten wie frauen/ruhr/geschichte oder „heimat ver*rückt. Neue Wurzeln in der Fremde“.
- Projektleiterin des Netzwerks Frauengeschichte und Frauenprojekte im Kontext der Europäischen Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010.
- Konzeptentwicklerin und Betreuerin der Plattform www.frauenruhrgeschichte.de.
- Geschäftsführerin von Forum Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e. V., z.B. des 7. Geschichtswettbewerbs: „Hau rein! Bergbau im Ruhrgebiet. Alltag. Wissen. Wandel“.
Ausgewählte Veröffentlichungen
von Uta C. Schmidt
- Soundscape of the Ruhr: Sensitive Sounds. Between Documentation, Composition and Historical Research. In: Prace Kulturoznawcze 26 Nr. 1 (2022), Sensitive Sound Recordings, ed. Renata Tańczuk/Sławomir Wieczorek, pp. 99-118.
- „Zwischen Kochtopf und Maloche“ – Patriarchat und Patriarchatskritik im Ruhrgebiet.”, in: Schlüter, Anne/ Metz-Göckel, Sigrid/ Mense, Lisa/ Sabisch, Katja (Hg.), Kooperation und Konkurrenz im Wissenschaftsbetrieb: Perspektiven aus der Genderforschung und -politik, Leverkusen: Verlag Barbara Budrich 2020, S. 64–79.
- 1270: Kloster Gravenhorst und das Riesenbecker Patronat, in: Heimatverein Riesenbeck (Hg.), Reinhildis. Miterbin Christi. Der Grabstein und seine Geschichte in der St. Kalixtus Kirche Riesenbeck, Riesenbeck 2020, S. 92–106.
- Einmal scharf mit Alles. Erinnerungsort Currywurst und Döner, in: Berger, Stefan u.a. (Hg.), Zeit-Räume Ruhr. Erinnerungsorte des Ruhrgebiets, Essen: Klartext 2019, S. 557–576.
- Stulle mit Margarine und Zucker. Heimat Ruhrgebiet, hg. u. m. einem Vor- u. Nachwort versehen zus. m. Susanne Abeck, Essen 2015.
- Eingreifendes Denken – die Historikerin Annette Kuhn im Geschichtsdiskurs der Bundesrepublik seit 1964, in: Gender, 7. Jg. (2015), H. 3, S. 44-60.
- Das Netzwerk Frauenforschung NRW. Geschichte und Gegenwart einer Wissenschaftsorganisation. Essen 2012.
