Preisverleihung 2024: 13 Mal Aufmüpfigkeit

Am 07. Juni 2024 verlieh die Stiftung Aufmüpfige Frauen die Auszeichnung „Aufmüpfige Frau des Jahres“ an Marie von Kuck und Carola Wilke. Der Förderverein der Stiftung zeichnete mit Rita Kronauer zusätzlich eine eigene „Aufmüpfige Frau“ aus. Zudem vergab die Pro Filiis Stiftung ihrem Stiftungszweck entsprechend einen Preis an die Courage-Schüler*innengruppe des Phönix-Gymnasiums in Dortmund-Hörde: Sie steht für die Zukunft der Aufmüpfigkeit. Die Preisverleihung fand in Kooperation mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund in der Ev. Stadtkirche Sankt Petri Dortmund statt.

Die Preise gingen an:

Marie von Kuck zusammen mit Carola Wilke: Die Journalistin Marie von Kuck bearbeitet in ihren Radio-Features tabuisierte gesellschaftliche Themen. So hat sie  in ihrem mehrfach preisgekrönten Beitrag „Ihre Angst spielt keine Rolle“ auf die oft traumatisierenden ausweglosen Situationen von Frauen in Sorgerechtsprozessen hingewiesen. Carola Wilke stand ihr dabei mit ihrer Fach-Expertise zur Seite. Als Sozialarbeiterin und Verfahrensbeiständin unterstützt sie Frauen vor Familiengerichten.

Rita Kronauer erhielt den Preis des Fördervereins der Stiftung Aufmüpfige Frauen für ihre feministische Erinnerungsarbeit, die sie als politische Aktion versteht: Seit 1995 ist Rita Kronauer Kopf, Herz und Hand von ausZeiten, dem feministischen Archiv für Frauen, Lesben, Mädchen in Bochum.

Die Pro Filiis Stiftung zur Förderung von Kindern und Jugendlichen zeichnete die Courage-Schüler*innengruppe aus Dortmund-Hörde aus, weil sie sich dafür einsetzt, das Thema Menstruation aus dem Tabubereich zu holen und Aufklärung für alle zu leisten. Sie unterstützt Schülerinnen dabei, wegen ihrer Menstruation Heimlichtuerei und Scham zu überwinden.

20 Jahre Stiftung Aufmüpfige Frauen

Am 7. Juni 2024 wird in der Ev. Stadtkirche Sankt Petri in Dortmund nicht nur der Preis „Aufmüpfige Frau 2024“ verliehen: Die Stiftung feiert auch ihr 20-jähriges Jubiläum. Alles begann mit der Idee von Sigrid Metz-Göckel, Frauen zu fördern, die etwas wagen, die Vorbild für andere sein können, indem sie Mut machen, ihrer persönlichen Kraft zu vertrauen. Die Grundvoraussetzung für diese Haltung war für sie „Aufmüpfigkeit“. Damit verstand sie ein widerständiges und ein politisches Verhalten. Es kann sich provokativ und laut, aber auch leise und nachdenklich äußern: Aufmüpfigkeit zeigt Mut und Zivilcourage an.

„Ich bin leidenschaftlich gern Wissenschaftlerin, zugleich eine Grenzgängerin zwischen Wissenschaft und Wissenschaftspolitik. Durch meine Aktivitäten in der neuen Frauenbewegung, insbesondere in der Frauenhochschulbewegung habe ich viel gelernt, z.B. Politik mitzugestalten und dabei habe ich viele Ängste überwunden. Da ich in meiner Kindheit und Jugend viel Unterstützung und Solidarität von anderen erfahren habe, versuche ich mit der Stiftung etwas davon an die Frauen und die Gesellschaft zurückzugeben. Daher habe ich 2004 mit angespartem Privatkapital und weiteren Spenden die ‚Stiftung Aufmüpfige Frauen‘ gegründet,“ erklärte Sigrid Metz-Göckel die Idee, eine Stiftung namens „Aufmüpfige Frauen“ zu gründen.